Ein Frauen-Nachttaxi für Freiburg

Andere Städte machen es vor.
Ein Frauen-Nachttaxi für Freiburg

Viele Frauen, die in Freiburg ausgehen, fühlen sich unsicher, wenn sie an den nächtlichen Heimweg denken. Dies ist keine neue Entwicklung, aber die beiden furchtbaren Sexualstraftaten der letzten Monate haben diesen Umstand wieder sichtbarer gemacht und – nicht zuletzt durch die sensationsheischende Berichterstattung der Badischen Zeitung – auch verstärkt. Die Bedrohung durch sexuelle Gewalt kann gerade nachts viele öffentliche Orte für Frauen zu angstbesetzten Räumen machen. Da es sich bei diesen Delikten um Straftaten handelt, die nicht erst neuerdings und völlig gruppen- und schichtenunabhängig auftreten – da mögen rechte Hetzer auch noch so oft gegen jede Statistik das Gegenteil behaupten –, sind dies auch nicht die vermeintlichen „Gefahrenzonen“, sondern solche Orte, wie die Wege an der Dreisam, die für viele Freiburgerinnen und Freiburger zu ihrem regulären Heimwegen gehören.

Wenn die Bewegung im öffentlichen Raum mit Unsicherheitsgefühlen verbunden ist, wirkt sich das einschränkend auf die Mobilität und damit langfristig auf die gesamte gesellschaftliche Teilhabe aus. Eine Alternative zum ÖPNV und dem Rad- oder Fußweg stellt das Taxi dar, für viele Frauen ist die Heimfahrt per Taxi jedoch dauerhaft finanziell nicht tragbar, weshalb sie entweder auf die unsichereren Alternativen zurückgreifen oder gänzlich darauf verzichten sich in der Nacht alleine durch die Stadt zu bewegen. Auch die nun die ganze Nacht durchfahrenden Straßenbahnen können dieses Problem nur sehr bedingt lösen, sind es doch oftmals gerade die dunklen Ecken und Wege abseits des Trubels der Innenstadt, die als bedrohlich erlebt werden.

Aus diesen Gründen befürwortet die JPG-Fraktion die Einführung eines subventionierten Nachttaxis für Frauen, wie es andere Städte in Baden-Württemberg wie Pforzheim, Heidelberg oder Stuttgart teilweise schon seit Jahrzehnten vormachen. Dabei sind verschiedene Modelle erprobt und erfreuen sich einer großen Nachfrage. Es wäre sowohl eine komplette Übernahme der Heimfahrt durch das Taxi, als auch eine Kooperation mit der VAG möglich, bei der nur der Weg von der ÖPNV-Station zur Haustür mit dem Taxi bestritten wird.