Freiburger! Kauft auch bei Juden!

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Am Freitag den 13. Januar hat das Cafe Palestine in den Räumlichkeiten der Uni Freiburg einen Vortrag mit Farid Esack, dem Vorstandsvorsitzenden der BDS-Bewegung von Südafrika veranstaltet. BDS steht für „Boycott, Divestment and Sanctions“ (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen). Unter diesem Label agitieren moderne AntisemitInnen seit 2005 gegen den Staat der vom Antisemitismus Verfolgten - Israel. Vertreter der Bewegung rufen zur internationalen Isolation Israels auf und nutzen die vermeintliche Solidarität mit den Menschen in den palästinensischen Autonomiegebieten konsequent dazu aus, um Hass gegen den jüdischen Staat und Juden im Allgemeinen zu schüren. Wichtigstes Instrument für den BDS sind Forderungen nach einem völligen wirtschaftlichen Boykott Israels oder einer Kennzeichnungspflicht für Produkte aus den israelischen Siedlungsgebieten, eine Kennzeichnung wie sie für kein anderes umstrittenes Gebiet auf der Welt existiert oder gefordert wird. Die Idee des Judenboykotts ist in Deutschland keineswegs neu, in wenigen Monaten wird sie mindestens 84 Jahre alt werden, für die AktivistInnen des BDS ist die Parole „Wehrt euch! Kauft nicht bei Juden“ aber offensichtlich weiterhin höchst modern.

Eine wirtschaftliche Isolation Israels reicht seinen so genannten KritikerInnen jedoch nicht, immer wieder werden auch Kulturschaffende und AkademikerInnen vehement unter Druck gesetzt, geplante Veranstaltungen in Israel abzusagen und ja keinen Fuß in den verhassten Judenstaat zu setzen. Da die Uni bereits 2012 einen Rechtsstreit gegen das Cafe Palestine verloren hat – damals sollte eine Veranstaltung des Cafe aufgrund von großen Protesten abgesagt werden – hat sie die Veranstaltung zum BDS nun zugelassen. Der Umzug in einen größeren Hörsaal, den das Cafe Palestine vor lauter Freude über den kalkulierten Skandal verkündet hat, hat sich in Anbetracht der Besucherzahlen glücklicherweise wohl kaum gelohnt. Ein Verbot solcher Veranstaltungen seitens der Uni kann dem wachsenden Judenhass der modernen Gesellschaften auch nicht begegnen. Diesem Gedankengut muss sich eine engagierte Zivilgesellschaft entgegenstellen. Wir brauchen dringend einen Ausbau der Aufklärungsarbeit gegen Antisemitismus. Die notwendigen Mittel muss der Gemeinderat im Haushalt bereitstellen.

Die JPG-Fraktion begrüßt die stattgefundenen Protestaktionen und fordert: Kauft nicht bei Antisemiten! Vor allem keine Karten für Vorträge.