Ein Kongress für die Subkultur

Amtsblattartikel vom 10.02.2017
Ein Kongress für die Subkultur

Freiburgs alternativer Kunstszene, der Musikszene, sowie dem Nachtleben insgesamt geht es schlecht. Das Ausgehverhalten der Leute hat sich geändert, Clubs machen zu, Angebot und Nachfrage sind gleichermaßen auf dem Rückzug. Die Subkultur erlebt gerade eine Rezession. Sicher ist dies kein Freiburg-spezifisches Phänomen, aber es gibt Gründe, warum es Freiburg besonders hart trifft. Allen voran die hohen Mieten. Wer als StudentIn monatlich 400 EUR für ein WG Zimmer auf den Tisch legen muss, während der BAföG Höchstsatz bei 735 EUR liegt, kann sich schon moderate Eintrittspreise kaum leisten. Weggehen wird zunehmend Luxus.

Auf der Angebotsseite leiden die KünstlerInnen, MusikerInnen, DJs und GastronomiebetreiberInnen unter der fehlenden Kaufkraft. Erschwert wird den AkteurInnen die Situation durch einen eklatanten Raummangel. Insbesondere fehlt es an Proberäumen und Ateliers. Die Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung waren noch nie so schlecht, und eine Trendwende ist nicht in Sicht... oder vielleicht doch?

Vom 17.2. - 18.2.2017 findet der Subkulturkongress #1 statt, veranstaltet von der IG Subkultur und JPG. Die frisch gegründete Interessengemeinschaft setzt sich zusammen aus Vereinen, VeranstalterInnen, KünstlerInnen, GastronomiebetreiberInnen, sprich, AkteurInnen, welche sich von den negativen Entwicklungen betroffen sehen. Mit dabei sind u.a. der Slow Club, das Kulturaggregat, das Café Atlantik, Konzertveranstaltergruppen wie Slackline City Shows, Lucky Booking und viele weitere.

Bei der Galanacht am Freitag, 17. Februar wollen diese Gruppen mit einer gemeinsamen, stadtweiten Veranstaltung ein Zeichen setzen. An 14 Veranstaltungsorten soll gezeigt werden, was Freiburgs Subkultur so alles kann. Neben DJ- und Livekonzerten werden KünstlerInnen wie Katrin Krumm und Tara Groß ihre Werke ausstellen.

Am Samstag, den 18. Februar findet im Waldsee unter dem Titel „Konferenz“ das inhaltliche Herzstück des Kongresswochenendes statt. Es wird Vorträge von drei ReferentInnen geben, darunter einen Beitrag von Peter James (Popbüros Baden-Württemberg). Im Anschluss folgt eine Podiumsdiskussion, auf welcher nach Lösungen für den subkulturellen Negativtrend gesucht werden soll.

Die IG Subkultur erhofft sich eine konstruktive Debatte, an deren Ende auch ganz konkrete Forderungen an die Stadt gestellt werden. Die JPG-Fraktion wünscht dem Bündnis viel Erfolg.

Weitere Infos unter
www.ig-subkultur.de
www.facebook.com/igsubkultur