Freiburgs Popbüro – jetzt geht’s erst richtig los

Amtsblattartikel vom 19.05.2017
Freiburgs Popbüro – jetzt geht’s erst richtig los

Freiburg bekommt eine/n Popbeauftragte/n. Bei der FWTM. Antrag angenommen. Das Echo in den sozialen Medien und der Presse auf diese Neuigkeit war gewaltig.
Im Rückblick auf den Subkulturkongress im Februar, dessen Organisation und Durchführung insgesamt hunderte ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden für dutzende engagierte Freiburger*Innen bedeutete, halten wir nun fest: Engagement kann sich auszahlen.
Doch nach diesem Etappensieg ist nun erneut ein kühler Kopf gefragt. Die Erwartungen sind gewaltig, die Liste der Probleme ist lang. Zu nennen wäre beispielhaft die eklatante Raumnot der Bands und bildenden Künstler*Innen sowie der Rückgang unkonventioneller Kulturflächen, oftmals verkürzt auf den Begriff „Clubsterben“. Gleichzeitig ist der Bedarf nach Information und Beratung über u.a. Fördermöglichkeiten für Kulturschaffende, Zuständigkeiten von Behörden (z.B. „Wie mache ich ein Open Air?“), GEMA, etwaige Rechtsfragen sowie grundsätzliche Hilfestellungen (z.B. „Wo finde ich einen Proberaum?“) enorm. Hinzu kommt der Auftrag, im stetigen Austausch mit den jeweiligen Stellen in Stadt, Land, Bund und EU zu stehen, um z.B. über neue Förderprogramme, Konzepte, Innovationen oder schlicht Verfahrensänderungen in den Verwaltungen uptodate zu bleiben.
Es wird klar: Ein/e Popbeauftragte/r allein kann die Probleme und Anforderungen der Freiburger „Nichthauptkultur“ keinesfalls lösen. Schon gar nicht als 50% Stelle. Mittelfristig braucht es ein ordentlich ausgestattetes Popbüro.
Doch zunächst geht es darum, die Stelle inhaltlich und personell wohlüberlegt auszufüllen. Es wird nicht reichen, die Stellenausschreibungen anderer Städte zu kopieren. Freiburg ist nicht Mannheim, die Probleme und Schwerpunkte liegen oft woanders. Folglich muss sich unser/e Popbeauftragte/r vor allen Dingen den Freiburg-spezifischen Problemen widmen. Klar ist auch, dass es sich beim Anforderungsprofil um einen Job handelt, der eine gewisse Vielseitigkeit verlangt. Fachliche Kompetenz in einzelnen Bereichen ist notwendig, aber allem voran brauchen wir jemanden, der gut Netzwerken kann. Jemanden, der die Freiburger Szene sehr gut kennt, gleichzeitig keine Scheu im Umgang mit Behörden und Politik hat, und darüber hinaus überregional im Austausch steht, diesen pflegt und ausbaut. Es zeichnet sich ab, dass die Besetzung der Stelle nicht ganz einfach wird. Wir bleiben weiter optimistisch.