Energetische Standards dürfen nicht zu Mehrkosten für die Mieter führen!

Lukas Rede zur Kostenrelevanz energetischer Standards im geförderten Wohnungsbau im Gemeinderat vom 25.07.2017
Energetische Standards dürfen nicht zu Mehrkosten für die Mieter führen!

Liebe Anwesenden,

unser Dank geht an Herrn von Zahn und Herrn Jerusalem und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Umweltschutzamtes und des Stadtplanungsamtes für diese umfangreichen Prüfungen und Bewertungen der verschiedenen Umweltstandards. Ebenfalls möchten wir uns bei den Vertreterinnen und Vertretern der Freiburger Wohnungswirtschaft, sowie der Freiburger Stadtbau für die Bewertung der Gutachten und die Beteiligung an dem gemeinsamen Bekenntnis zum Freiburger Effizienzhausstandard bedanken.

Es ist wahrscheinlich kein Geheimnis, dass auch unsere Fraktion hohen Energiestandards - insbesondere im geförderten Wohnungsbau - kritisch gegenüber stand. Gleichzeitig ist es jedoch auch unser Anliegen, Energie dort einzusparen, wo relevante Einsparpotentiale gegeben sind!

Die Energie im Wohnsektor ist eine relevante Größe und bietet auch das entsprechende Energiesparpotential, weshalb es erfreulich ist, dass der Freiburger Effizienzhausstandard nicht zu wesentlichen Mehrkosten (maximal 1%) beim Bau von geförderten Wohnungen führt und weiterhin beibehalten werden kann.

Trotz dem erfreuliches Bekenntnis zum Freiburger Effizienzhausstandard steht in der gemeinsamen Erklärung, dass - Zitat - "eine kostendeckende Errichtung von neuen Wohneinheiten derzeit unabhängig vom Energiestandard nicht möglich" sei. Das heißt wir müssen - wie verschiedene Vorredner schon ausgeführt haben - andere Stellschrauben suchen und stärker eine bessere Förderung des geförderten Wohnungsbaus von Bund und Land fordern!

Höhere Energiestandards haben auch einen höheren Flächenbedarf durch zusätzliche Dämmungen etc.. Dieser höhere Flächenbedarf von 1-2% darf nicht dazu führen, dass in Neubaugebieten weniger geförderter Wohnungsbau entsteht. Wenn in Dietenbach 50% geförderten Wohnungsbau gebaut werden sollen, dann sind 1-2% eine durchaus gewichtige Fläche von 50 - 100 Wohnungen. Dieser Verlust an geförderter Wohnfläche sollte durch eine höhere Quote oder Maßnahmen wie höhere Stockwerksanzahl kompensiert werden.

Zuletzt wahrscheinlich ein Vorgriff auf den folgenden Redebeitrag von Freiburg Lebenswert: Mit diesem Gutachten wird lediglich der Neubau abgedeckt. Energetische Sanierungen des Bestands bieten einerseits auch großes Einsparpotential im Energieverbrauch - welches wir ausschöpfen sollten - dürfen aber andererseits nicht zu Mehrkosten für die Mieter führen!

Vielen Dank!