Auslastung Schulsporthallen (Zusatz)

Antwortschreiben der Verwaltung vom 25.07.2017
Auslastung Schulsporthallen (Zusatz)

Sehr geehrter Herr Mörchen,
vielen Dank für Ihre Mail vom 03.07.2017, die sich auf Ihre Anfrage vom 31.03.2017 an den Herr Oberbürgermeister Dr. Salomon und die Antwort von Herrn Bürgermeister Dr. Haag vom 26.05.2017 bezieht.

Ihre damalige Frage nach der Möglichkeit, ein Chipkartensystem zur Vergabe von Schulsportanlagen an Dritte nach Unterrichtsende einzuführen haben Sie konkretisiert:

Wie bewertet die Stadtverwaltung die Möglichkeit der Einführung eines Chipkartensystems zur spontanen Nutzung von Schulsportanlagen (insbesondere Außenanlagen) durch Dritte (bspw. Schülerinnen und Schüler) nach Unterrichtsende und außerhalb Vereinsnutzungen?

Überdachte Schulsportstätten stehen für private Nutzungen von nicht organisierten Privatpersonen und Gruppen grundsätzlich nicht zur Verfügung. Die Bereitstellung von Schulsporthallen an diesen Personenkreis ist allein unter wirtschaftlichen und haftungsrechtlichen Gesichtspunkten nicht vorgesehen. Die Freiburger Sportvereine bieten ein breites Spektrum an Sportangeboten. Die Volkshochschule, soziale Einrichtungen wie Jugendtreffs etc. und private Anbieter ergänzen dieses Angebot.

Vorrangiges Ziel ist, die ehrenamtlich organisierten (Sport)vereine durch die Bereitstellung von Schulsporthallen und durch Fördermaßnahmen der Stadt zu stärken. Die Einbindung von Kindern und Jugendlichen in diese Angebote soll nicht nur der Bewegung und Freizeitgestaltung dienen, sondern auch gesellschaftliche und soziale Werte vermitteln.

Dieser Grundsatz gilt auch für nicht überdachte Schulsportanlagen. Diese werden allerdings bis auf wenige Ausnahmen (Freisportanlagen der Wentzinger- und Staudinger-Schulen und des Kepler Gymnasiums) ausschließlich der Schulnutzung vorbehalten. Diese drei genannten Freisportanlagen eignen sich für eine Vereinsnutzung und sind entsprechend nachgefragt und ausgelastet.

Durch die Ausweitung des schulischen Betreuungsangebotes sind die Schulanlagen in der Regel bis 17:00/18:00 Uhr belegt. Danach bliebe in den Sommermonaten witterungsbedingt ein begrenztes Zeitfenster für eine weitergehende Nutzung. Dabei wären allerdings verschiedene Rahmenbedingungen zu erfüllen bzw. zu prüfen. Beispielhaft möchten wir die Lärmbelastung der Anwohner nennen. Bereits heute haben wir bei der Vielzahl der nicht überdachten Sportanlagen Anwohnerbeschwerden hinsichtlich Lärmbelästigungen. Eine Ausweitung der Nutzungszeiten über den schulischen Bedarf hinaus käme aus diesen Gründen für die Mehrheit der Sportanlagen allein aus Gründen des Nachbarschaftsschutzes nicht in Betracht.

Weitere Themen sind Reinigungsaufwand und Vandalismus, insbesondere unter dem Aspekt, dass die Anlagen morgens für den Schulsport wieder zur Verfügung stehen müssen.

Darüber hinaus wären für die Einrichtung eines Chipkartensystems bauliche Maßnahmen, z.B. Einzäunungen erforderlich. Hinzu kämen die Kosten von Chipkarten und Lesern, Personalaufwand für die organisatorische Betreuung etc. Dies ist aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten im Hinblick auf das geringe Zeitfenster der außerschulischen Nutzung nicht zu rechtfertigen.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir aus den genannten Gründen keine Möglichkeit sehen, ein System zur spontanen Nutzung von Sportanlagen einzurichten.

Freundliche Grüße
gez.

Christel Brand
Dezernat V/Gebäudemanagement