Pumptrack Freiburg

Antwortschreiben der Verwaltung auf unsere gemeinsame Anfrage mit der UL vom 25.09.2017
Pumptrack Freiburg

Sehr geehrte Frau Vogel,
sehr geehrter Herr Möhrchen,
sehr geehrter Herr Schmidt,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 12.08.2017, in dem Sie nach dem aktuellen Sachstand zum Thema "ein Pumptrack in Freiburg" fragen.

Zu Ihren Fragen möchte Ich Ihnen wie folgt antworten:

Zu 1.: Wie steht die Stadtverwaltung grundsätzlich zum Vorhaben, in Freiburg an möglichst zentraler Stelle einen Pumptrack zu errichten?

Ich versichere Ihnen, dass die Verwaltung das Engagement des Mountainbike Freiburg e. V grundsätzlich begrüßt. Ein gemeinschaftliches Anliegen, das sowohl soziale Aspekte und sportliche Aktivitäten miteinander verbindet und zugleich eine breite Nutzergruppe anspricht, wird die Verwaltung bei der Suche nach einer geeigneten
Fläche gerne unterstützen.

Zu 2.: Welche Flächen wurden seitens der Stadtverwaltung auf eine Eignung für den Bau eines Pumptracks bisher geprüft?

Die Flächensuche stellt alle Beteiligten vor eine große Herausforderung, da es in Freiburg nur sehr begrenzt geeigneten öffentlichen Raum gibt. Dies zeigte sich eindrucksvoll bei der nur wenige Jahre zurückliegenden Suche nach einer Fläche für eine Skate-Anlage. Bei einer stetig wachsenden Kommune wie Freiburg i. Br. nimmt
auch der Druck auf den öffentlichen Grün- und Freiraum zu. Gegenüber der Verwaltung werden immer wieder Wünsche von unterschiedlichen Gruppen zur Installation von Sport- und Freizeiteinrichtungen, wie z. B. Discgolf-Anlage, Erweiterung der Skate-Anlage, Einrichtung einer Finn-Ba.hn, Street-Work-Out(Calisthenics)-Parks und
auch Pumptrack-Anlage, geäußert. Bei dem zur Verfügung stehenden begrenzten öffentlichen Raum stellt sich grundsätzlich die Frage, inwieweit die öffentliche Hand die privaten Wünsche unterschiedlich großer Gruppen bedienen kann. Da die öffentlichen Grün- und Freiflächen als Freizeit- und Erholungsraum möglichst vielen Menschen dienen sollen, darf nicht alles festgelegten Nutzungen zugeordnet sein.

Von Seiten des Vereins Mountainbike Freiburg e. V. wurden bereits zwei Flächen vorgeschlagen: die Fläche südlich der Wiwili-Brücke und die Wiese vor der Alten Stadthalle.
Bezüglich der Fläche südlich der Wiwili-Brücke wurde von Seiten des Baurechtsamtes folgende Einschätzung mitgeteilt:
"Ein Pumptrack ist eine genehmigungspflichtige Sportanlage oder, in einer kleineren Ausführung, ein genehmigungspflichtiger "Spielplatz". Diese Anlagen wären zulässig in einer Gemeinbedarfsfläche mit Zusatz Sport- oder Spielanlage (Nr. 4.2 der Planzeichen VO), einer öffentlichen Grünfläche mit zusätzlicher Beschreibung Sportplatz, als Anlage für sportliche Zwecke in eine GE gem. § 8 BauNVO oder einem Mischgebiet gem. § 6 BauNVO, wobei dort ggf Auswirkungen auf eine benachbarte Wohnbebauung zu untersuchen wären."

Der für diesen Bereich gültige Bebauungsplan widerspricht einer derartigen Nutzung. Des Weiteren ist die Fläche nahezu flächendeckend mit Bäumen bestanden. Der Erhalt und Schutz dieser Bäume wird im Bebauungsplan gefordert. Zudem befindet sich die Fläche nicht in städtischem Eigentum.

Die Wiese vor der Alten Stadthalle wird als Freiraum und Erholungsraum von einer breiten Öffentlichkeit genutzt und soll als solche erhalten bleiben. Diese Fläche wird derzeit intensiv als Liegewiese, Spielwiese und als Sportfläche ohne feste Ausstattung (also für Frisbee, Federball, Indiaca usw.) genutzt. Die Errichtung eines Pumptracks, der nur eine spezielle Nutzergruppe anspricht, würde die bisherigen Nutzungen einschränken.
Des Weiteren ist zunächst die weitere städtebauliche Entwicklung der Stadthalle und deren Umgebung zu klären , bevor eine neue feste Nutzung verankert wird. Im Bebauungsplan vom 16.08.2002 ist die Fläche als öffentliche Grünfläche eingetragen.

Da die baurechtlichen Voraussetzungen in beiden Fällen nicht gegeben sind, wurden die Vorschläge von Seiten der Verwaltung nicht weiterverfolgt.

Eine entsprechende Fläche zur Installation eines Pumptracks dürfte wohl am ehesten im Dietenbachpark gefunden werden können. Allerdings ist es auch hier notwendig, zunächst eine funktionale Neustrukturierung des Dietenbachparks zu erarbeiten. Es ist nicht sinnvoll, davor Einzelflächen mit Funktionen zu belegen, die zukünftig
eine Planentwicklung einschränken. Das Garten- und Tiefbauamt (GuT) als zuständiges Fachamt wird hierfür die notwendigen Mittel im nächsten Doppelhaushalt 2019/2020 anmelden.

Zu 3.: Haben Gespräche mit Grundstückseigentümern stattgefunden? Wenn ja, mit welchen Ergebnissen?

Nein, weitere Flächen wurden bislang nicht geprüft. Gespräche mit Grundstückseigentümern haben folglich nicht stattgefunden.

Zu 3a.: Wer führt entsprechende Gespräche bzw. welches Amt ist innerhalb der Stadtverwaltung für die Thematik verantwortlich und Ansprechpartnerin?

Flächenvorschläge können seitens der Verwaltung auf Eignung geprüft werden. Ob ein Pumptrack an einem bestimmten Standort genehmigungsfähig ist, hat in Rückkopplung mit dem Baurechtsamt (BRA) zu erfolgen. Für die öffentlichen Grün- und Freiräume mit ihren Freizeit- und Erholungseinrichtungen ist - wie zuvor beschrieben - das Garten- und Tiefbauamt in Planung, Bau, Unterhaltung und Verwaltung zuständig. Als zukünftigen Ansprechpartner können Sie sich im GuT an Herrn XXX, Tel.: 0761/201-XXXX oder E-Mail: XXX.XXX@stadt.freiburg .de wenden.

Sollten private Flächen für öffentliche Angebote in Anspruch genommen werden, ist das Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen (ALW) für die erforderlichen Grundstücksgeschäfte zuständig

Zu 4.: Kann ein Pumptrack als Spielplatz errichtet werden? Wenn nein, warum nicht?

Siehe hierzu Pkt. 2
Demnach wäre ein Pumptrack in einer kleineren Ausführung als Spielplatz unter den o.g. Bedingungen möglich. Bei einem weiteren Flächenscreening wird das GuT den Verein Mountainbike Freiburg e.V. in Abstimmung mit dem BRA gerne unterstützten.

Mit freundlichen Grüßen

Prof.Dr. Martin Haag
Bürgermeister