Das Popbüro ist besetzt

JPG-Amtsblattartikel vom 13.10.2017
Das Popbüro ist besetzt

Seit zwei Wochen hat Freiburg nun erstmalig einen Popbeauftragten und wir gratulieren Tilo Buchholz zu seiner Ernennung. In seiner neuen Position wünschen wir ihm viel Erfolg und freuen uns auf eine konstruktive und lebendige Zusammenarbeit. Wir freuen uns zudem, dass der Zeitplan für die Besetzung eingehalten wurde, sodass die Stelle noch dieses Jahr ihre Arbeit aufnehmen konnte.
Denn es gibt viel zu tun. Der weiterhin eklatante Proberaummangel in Freiburg ist dabei ein besonders wichtiger Aspekt, er ist jedoch keinesfalls der Einzige. Es fehlen Räumlichkeiten für Ateliers, Studios und alternative Veranstaltungskonzepte. Herr Buchholz soll Ansprechpartner bzw. “Scharnier” zwischen Behörden und KünstlerInnen bzw. VeranstalterInnen sein. Mitreden soll er, wenn es um die Planung neuer Stadtteile oder um die Gestaltung bestehender Quartiere geht. Mediator, wenn es um Lärmdebatten z.B. in der Innenstadt, sowie Gängeleien durch den Gaststättenkontrolldienst geht.
Allem übergeordnet besteht weiterhin immenser Nachholbedarf in Sachen Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Belange einer jungen Szene, deren geglückte Vernetzung noch kaum ein Jahr her ist, und welche den Dialog mit Verwaltung und Stadtgesellschaft auf Augenhöhe einfordert - zu Recht.
Die Schaffung der Stelle eines/r Popbeauftragte/n - für sich genommen - ist ein starkes Signal an diese Szene. Gleichwohl, auf die Schaffung muss die Etablierung folgen. Das Aufgabenprofil des Popbeauftragten erschöpft sich keinesfalls in der reinen Förderung der Bandkultur. Das jüngste Interview von Herrn Buchholz mit einem regionalen Newsblog bestätigt diese Einsicht. Wir sind gespannt. Jedoch, die Hoffnungen und Erwartungen verlangen Übermenschliches. Mittelfristig kann eine 50%-Stelle hierfür nicht reichen, auch eine 100%-Stelle nicht. Es wird ein ordentlich ausgestattetes Popbüro brauchen, um den vielseitigen Aufgaben und Ansprüchen gerecht zu werden. Ergänzend braucht es eine Breitenförderung, also Gelder, welche der Szene und ihrer VertreterInnen direkt zur Verfügung gestellt werden, welche flexibel und niedrigschwellig für VeranstalterInnen und KünstlerInnen abrufbar sind. Themen für den nächsten Subkulturkongress, welchen wir schon jetzt mit Spannung erwarten.