Wirtschaften für das Gemeinwohl

Amtsblattartikel vom 8.12.2017
Wirtschaften für das Gemeinwohl

In seiner 12. Sitzung am 28. November 2017 hat der Gemeinderat die Fortschreibung und Modifizierung der Freiburger Nachhaltigkeitsziele beschlossen. Angelehnt an die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen setzt sich Freiburg in 12 Handlungsfeldern Ziele, die bis 2030 erreicht werden sollen.

Schon immer agiert Politik in zahlreichen Handlungsfeldern. Bund, Land und Kommune sorgen für die Rahmenbedingungen, damit Unternehmen erfolgreich sind und jede/r einzelne ein gutes Leben haben kann. Auf Grundlage der nun modifizierten Nachhaltigkeitsziele können Indikatoren entwickelt und entsprechende statische Kennzahlen identifiziert werden, um die Erreichung der Ziele daran festmachen zu können. Dies sollen nicht nur CO2-Emissionen, Modal-Split oder die Anzahl der Wartenden auf der Wohnungssuchendenkartei sein. Es soll auch gemessen werden, ob menschenwürdige und existenzsichernde Arbeitsplätze geschaffen werden, gegenseitige Akzeptanz und Toleranz sichergestellt wird oder ob jeder gleichberechtigt an partizipativen, politischen Entscheidungsfindungsprozessen teilhaben kann.

Die Ziele können jedoch nicht allein durch die Stadt, sondern nur Hand in Hand mit allen Akteuren der Stadtgesellschaft erreicht werden. Beispielhaft gehen sechs Freiburger Unternehmen voran: Sie haben eine Bilanz nach Gemeinwohlkriterien erstellt, die nach eigener Einschätzung „die anspruchsvollste und umfassendste Form einer nicht-finanziellen Berichterstattung“ darstellt.

Während sich der EU Wirtschafts- und Sozialausschuss dafür ausspricht, das Gemeinwohlökonomie-Modell in unsere Rechtsrahmen zu integrieren, die EU-Kommission fordert, „Unternehmen für den Nachweis höherer ethischer Leistungen zu belohnen“ und bspw. in Valencia, Spanien oder auch in der Landeshauptstadt Stuttgart Unternehmen bei der Erstellung einer Gemeinwohlbilanz unterstützt werden, ist in unserer „Green-City“ Freiburg noch Luft nach oben. Wir sollten uns spätestens im nächsten Doppelhaushalt 19/20 dazu entscheiden, unsere Freiburger Unternehmen bei der nachhaltigen Ausrichtung ihres Wirtschaftens finanziell zu unterstützen!

- Lukas Mörchen, Fraktionsvorsitzender