Verjüngung des Reinhold-Schneider-Preis erfolgreich eingeläutet

Änderungsantrag für die Zusammensetzung der Jury findet Mehrheit
Verjüngung des Reinhold-Schneider-Preis erfolgreich eingeläutet

In Freiburg wird auch dieses Jahr wieder der Kunstpreis der Stadt verliehen - der Reinhold-Schneider-Preis. 2018 wird dieser in der Kategorie Musik vergeben, ausgezeichnet werden KünstlerInnen mit Freiburgbezug. Auf unsere Initiative hin wurde in der Gemeinderatsitzung vom 15. Mai 2018 über die Zusammensetzung der Jury beraten. Wir waren mit dem ursprünglichen Vorschlag der Stadtverwaltung nicht einverstanden.

Insbesondere der hohe Altersdurchschnitt der Nominierten war für uns nicht nachvollziehbar. Das Durchschnittsalter der Jurymitglieder lag deutlich über 50. Das halten wir, gerade in Bezug auf die Kategorie Musik, für nicht vertretbar. Eine der herausragendsten Eigenschaft von Musik ist, dass sie alle Generationen umtreibt. Da Freiburg abseits von Jazz und Klassik auch über eine junge und engagierte Band- und MusikerInnenszene verfügt, aus welcher würdige PreisträgerInnen in Betracht kämen, haben wir gefordert, dass auch in der Jury eine Person mit einem qualifizierten Bezug zu dieser Szene mitbestimmen soll. Wir haben daher Bernhard Amelung vorgeschlagen, welcher seit 2008 als Musikjournalist in Freiburg für fudder.de und die Badische Zeitung tätig ist. Ebenfalls bewegt er sich aktiv in den Freiburger Sub- und Popkulturszenen und ist Verfasser des Blogs Keep it Deep. Dieser wurde von den LeserInnen der de:bug auch 2009 und 2011 in die Top 10 der besten deutschsprachigen Blogs gewählt. 2011 landete er damit sogar auf Platz 2.

Für Bernhard Amelung musste nun Herr Dick, Feuilletonchef der Badischen Zeitung und Musikkritiker leider die Jury verlassen. Wir wissen die Arbeit von Herr Dick und seine Kompetenzen weit über seinen Beruf hinaus zu schätzen. Jedoch wären zwei Vertreter der gleichen Zeitung innerhalb der Jury aus unserer Sicht nicht vertretbar gewesen.

Wir freuen uns, dass unser Antrag auf eine Umbesetzung zusammen mit den Stimmen der Grünen, SPD und den StadträtInnen der Kulturliste eine Mehrheit im Gemeinderat fand. Die Rolle der Popkultur wird hierdurch gestärkt. Es freut uns zudem, dass die Jury weiterhin mehrheitlich aus Frauen besteht. Das ist sicher eine Seltenheit bei der Vergabe von Kunstpreisen.