Situation Fabrikstraßenbrücke

Pressemitteilung
Situation Fabrikstraßenbrücke

Die Mitglieder der JPG-Fraktion sind fassungslos, dass die Stadtverwaltung eigenmächtig so weitreichende Entscheidungen trifft, wie den gerade bekanntgewordenen Austausch des glatten Pflasters unter der Brücke der Fabrikstraße durch spitze Steine, welche das Lagern dort unmöglich machen - dies alles, um Wohnungslose, die dort einen Schlafplatz gefunden hatten, zu vertreiben.

Dazu meint JPG-Stadtrat Sergio Schmidt: „Zumindest die Mitglieder des Sozialausschusses, wenn nicht sogar der gesamte Gemeinderat hätten dazu gehört werden müssen. Ich bin mir sicher, dass der Gemeinderat diese unmenschliche Aktion verhindert hätte, wenn er vorher davon Kenntnis erhalten hätte.“

Die Stadtverwaltung schreibt in ihrer Antwort auf unsere Anfrage, die wir Ende Juli gemeinsam mit den Unabhängigen Listen gestellt haben: „Nach entsprechendem Vorlauf mit Ortsterminen hat das AföO schließlich am 02.03.2018 das GuT beauftragt, die flachen Großpflastersteine durch uneben verlegte Steine zu ersetzen. Ziel war es, die Einrichtung neuer Lagerplätze an dieser Stelle unattraktiv zu machen und damit die genannten Belästigungen zu reduzieren.“ - Antwortschreiben der Verwaltung vom 29.08.2018

Monika Stein, stellvertretende Vorsitzende der JPG-Fraktion kommentiert: „Unattraktiv machen ist eine absolut beschönigende Beschreibung der Tat, die da begangen wurde. Es ging offensichtlich darum, wohnungslose Menschen ein weiteres Mal zu vertreiben – leider ohne jegliche Rücksicht auf deren Sicherheit. Wenn ich mir überlege, wo sie stattdessen hingehen werden, mache ich mir große Sorgen. Einen sichereren Platz werden sie nicht finden.“

Abschließend meint Simon Waldenspuhl, Stadtrat der JPG-Fraktion: „Freiburg preist sich stets als offene und liberale Stadt. So ein gezieltes Vorgehen gegen Wohnungslose passt zu diesem Bild nicht und darf in Freiburg auch nicht noch einmal stattfinden.“

Die JPG-Fraktion erwartet, dass die baulichen Maßnahmen umgehend zurückgebaut werden und in Zukunft keine so weitreichenden Entscheidungen ohne Einbeziehung des Gemeinderats getroffen werden.