Ein klitzekleiner Schritt in die goldrichtige Richtung

Amtsblattartikel vom 28.09.2018
Ein klitzekleiner Schritt in die goldrichtige Richtung

Dass der Oberbürgermeister unserer Stadt am Montag den 24. September einen sechsmonatigen Mieterhöhungsstopp bei der Stadtbau verkündet hat, ist ein kleiner Schritt in die Richtung, die richtig und notwendig ist, um Mieten in Freiburg einigermaßen bezahlbar zu machen.

Leider – und dies ist der politischen Unerfahrenheit unseres Oberbürgermeisters zu verdanken – gibt es keinen Beschluss des Aufsichtsrats der Freiburger Stadtbau dazu. Dies wäre aber ein wichtiger Schritt in die Richtung, die Freiburg und seine Kommunalpolitik einschlagen müssen, um das Ziel erreichen zu können, Wohnraum bezahlbar zu machen oder zu erhalten und auch bezahlbaren Neubau zu ermöglichen.

Mitte September machte sich eine Exkursion aus Freiburg auf den Weg nach München, um Modelle zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums und kreativer und menschen-, aber auch umweltfreundlicher Bebauung kennenzulernen und zu diskutieren.

Manch eine*r mag sich wundern, dass ausgerechnet München das Ziel war, wo doch allenthalben bekannt ist, dass seit vielen Jahren die Preise für Wohnraum in München unfassbar ansteigen. Aber, das wurde sehr eindrücklich klar (und Fachleute wussten das selbstverständlich bereits vorher), München ist in einigen Bereichen vorbildlich unterwegs und greift steuernd in den Wohnungsmarkt ein. Wir können und wollen uns nicht vorstellen, wie die Mietpreise in München sonst aussähen!

Voll von Eindrücken und Ideen kamen die Teilnehmer*innen – der Oberbürgermeister und Baubürgermeister, Mitglieder des Gemeinderats, Mitglieder des Aufsichtsrats der Stadtbau, sachkundige Bürger*innen des Bauauschusses, Mitglieder der Bauverwaltung und des Rechtsamts der Stadt Freiburg sowie der Stadtbau – zurück nach Freiburg. Nun müssen in Freiburg die gesehenen und gehörten Instrumente diskutiert und abgewogen werden. Zum Beispiel ein (auf keinen Fall nur sechs Monate dauernder) Mieterhöhungsstopp bei der Stadtbau, zum Beispiel verbilligte oder kostenlose Abgabe von städtischen Grundstücken an die Stadtbau, zum Beispiel Überprüfung von Grundrissen von Wohnungen, um sie kleiner und dennoch wohnwert zu bauen, zum Beispiel ein weiteres Überdenken der Stellplatzschlüssel und noch vieles mehr.

Wir hoffen und erwarten, dass der Gemeinderat und der Oberbürgermeister bei diesem für die meisten Freiburger*innen so wichtigen Thema konstruktiv und kreativ zusammenarbeiten und keine alten Gräben aufreißen oder vertiefen. Zum Wohle aller Freiburger*innen!