Autofreies Einkaufen dank dezentralen Einkaufsmöglichkeiten

Rede von Monika Stein im Freiburger Gemeinderat | 23.10.2018
Autofreies Einkaufen dank dezentralen Einkaufsmöglichkeiten

Herr Oberbürgermeister, liebe Anwesende,

dass wir hier in Freiburg keine Malls haben, ist begrüßenswert – Kollege Simms hat es schon ausgeführt. Auch Kollege von Kageneck hat darauf hingewiesen, welche soziale Bedeutung das Zentren- und Einzelhandelskonzept in den letzten Jahren erfüllt hat.

Wir wollen natürlich unsere Innenstadt stärken, die für uns als Oberzentrum, aber auch für uns als Stadt unverzichtbar ist, als Zentrum unserer Stadt, aber auch Zentrum für Einkaufsmöglichkeiten, die es in den Stadtteilen und auch auf den Dörfern nicht gibt. Das heißt absolut nicht, dass die Innenstadt nur für Konsum da sein darf – Sie kennen die Meinung der JPG-Fraktion dazu sehr genau. Die Innenstadt ist ein Ort, der für alle Menschen, die in Freiburg leben, zugänglich sein soll, auch zum unkommerziellen Aufenthalt einladen muss, und dies ermöglichen muss.

Viele Menschen können und wollen nicht mit dem Auto einkaufen  – und es soll und muss auch aus Klimaschutz-, aber auch aus sozialen Aspekten unser Ziel sein, dies zu unterstützen und zu fördern.

Wer fußläufig einkaufen will - oder auch muss - soll eine Nahversorgung erreichen können. Wir brauchen die Möglichkeit für alle Menschen, ohne großen Aufwand den täglichen Bedarf zu decken – und dafür ist das Märkte- und Zentrenkonzept schon seit Jahren ein Garant in Freiburg. Autofreies Einkaufen ist deutlich einfacher, wenn die dafür notwendigen Einkaufsmöglichkeiten fußläufig erreichbar sind.

Ich persönlich bin den Menschen sehr dankbar, die vor 26 Jahren - manche*r in diesem Raum war damals noch sehr, sehr jung oder noch gar nicht geboren - in Freiburg vorausschauend das erste Städte- und Zentrenkonzept auf den Weg gebracht und beschlossen haben. Dies hat sicherlich mit dazu beigetragen, dass in Freiburg viele Einzelhandelsflächen wohnortnah in den Quartieren bestehen – auch wenn die Ausstattung damit beileibe nicht überall so gut ist, wie in meinem Stadtteil, dem Stühlinger. Auf die Lebensqualität, die dadurch entsteht, würde ich sehr ungern verzichten.

Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept hat in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, keine Schlafstädte bzw. Schlafstadtteile entstehen zu lassen, sondern lebendige Quartiere. Es ist gut, dass wir jetzt planen, in den Quartieren, die bisher schlecht oder nicht ausgestattet sind, eine Nahversorgung zu ermöglichen.

Für die Gesamtfortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts ist es gut, dass wir dabei nicht nur auf persönliche Erfahrungen und Bauchgefühle hören, sondern über 200 Seiten fundiertes Gutachten vorliegen haben und diese als Grundlage für unsere Entscheidung nehmen.

Die JPG-Fraktion stimmt der Vorlage sehr gerne zu.

Vielen Dank.

Redebeitrag von Monika Stein, stellv. Vorsitzende der JPG-Fraktion, gehalten im Freiburger Gemeinderat zu Tagesordnungspunkt (TOP) 9: “Gesamtfortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes in Freiburg”, am Dienstag, den 23.10.2018.