Freiburgs Zukunft aktiv gestalten

Unser Amtsblattartikel vom 18.01.2019
Freiburgs Zukunft aktiv gestalten

Die Welt verändert sich. Menschen zieht es in die Städte, Geburtenraten steigen wieder. Wir können vor der Zukunft die Augen verschließen und so weitermachen wie gewohnt. Dann werden wir ein Spielball dieser Entwicklungen. Oder wir nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand! Indem wir sie aktiv gestalten. Wir als Stadt können den Herausforderungen dieser Zeit antworten, mit einem innovativen, klimaneutralen und lebenswerten Stadtteil. Wer angesichts des realen Mietnotstands nicht handelt, wer vor dem akutesten Problem dieser Stadt die Augen verschließt, ist ein Narr.

Diese Worte richten sich also an die BürgerInnen Freiburgs, die erkennen, dass wir den steigenden Mietpreisen begegnen müssen und die bereit sind, auch etwas für die Menschen zu tun, die noch keine Wohnung in Freiburg gefunden haben und für die Menschen, die ins Umland ziehen müssen, weil sie sich Freiburg nicht mehr leisten können.

Wohnen ja – aber warum im Dietenbach? Warum auf Ackerflächen? Wir bauen nicht an dieser Stelle, weil wir Ackerland hassen und es mit Beton überziehen wollen. Wir bauen auf dieser Fläche, weil wir ganz sicher kein Naturschutzgebiet im Rieselfeld bebauen wollen, weil wir kein Wasserschutzgebiet in Ebnet bebauen wollen und weil wir keine Grünzäsur zwischen St. Georgen und Schallstadt bebauen wollen. Jedem Menschen, der versteht, dass wir einen neuen Stadtteil brauchen um den Mietspiegel wieder in den Griff zu kriegen, muss klar sein, dass Dietenbach verglichen mit unseren Alternativen auch ökologisch die beste davon ist.

Es ist in Freiburg nicht möglich, günstiger Wohnraum zu schaffen als auf diesem Gebiet. Nachverdichtung und Dachausbau stoßen schnell an ihre Grenzen. Hier und da Gebäude nachträglich umzubauen ist immer teurer, als auf günstigem Grund neu zu bauen. Mit dem Entwicklungsgebiet Dietenbach haben wir die Chance für die nächste Generation einen Wohnungsmarkt zu schaffen, der bezahlbar ist. Mit einem stadtplanerischen Konzept, das von Vauban und Rieselfeld lernt, entsteht dort ein Stadtteil, der alle sozialen, ökologischen und urbanen Standards erfüllt und wie er so in keiner anderen Stadt Deutschlands entstehen würde.

Dieser Stadtteil ist kein Prestigeprojekt und ganz sicher kein Monopolyspiel, wie es populistisch inszeniert wird. Dieser Stadtteil ist Lebensraum. Und was ist elementarer für eine Stadt, als ihren BürgerInnen einen Ort zum Leben zu schaffen?