Diversity ist eine Chance, keine Belastung

Monikas Rede zum Gender & Diversity Rahmenplan III im Gemeinderat vom 09.07.2019
Foto von Monika Stein

Herr Erster Bürgermeister, 

Frau Sever, 

liebe Anwesende,

den zurückgezogenen Antrag der Unabhängigen Listen unterstützen wir inhaltlich vollkommen. Natürlich muss bei allen neuen Maßnahmen aufgeschlüsselt werden, was das für Auswirkungen auf die verschiedenen Gruppen der Bevölkerung hat – und dafür ist gender Budgeting das richtige Instrument. Unser Ziel muss sein, dass alle Menschen in Freiburg davon profitieren, wenn etwas neues gebaut oder saniert wird – oder zumindest ihre Bedürfnisse genügend Berücksichtigung finden und nicht über sie hinweggegangen wird. Damit uns da nichts verloren geht, ist dies ein richtiger Weg.

Die Vorlage zeigt, wie vielfältig die Stadtverwaltung beim Thema Gender und Diversity unterwegs ist und in welchen Bereichen überall dieses Thema zu finden ist.

Ich will festhalten, dass die Stadtverwaltung in vielen Bereichen sehr gut auf dem Weg zu Gendergerechtigkeit ist und zu einer Verwaltung, die Diversity als Chance und nicht als Belastung betrachtet. Allen, die das intern vorantreiben, vielen Dank dafür und auch weiter gutes Durchhaltevermögen! Wo überall die Stadtverwaltung sich auf den Weg gemacht hat oder auch schon ganz schön weit gekommen ist, kann die Vorlage gut dokumentieren. Dies hat sicherlich auch mit dem bereits erwähnten sehr guten Fortbildungsprogramm zu tun.
An einer Stelle muss und will ich doch Kritik üben: „Abzuwarten bleibt, wie die Ausführungsvorschriften im Zusammenhang der dritten Option zum Geschlecht genau umzusetzen sein werden, um  das Verwaltungshandeln gemäß der Gesetzgebung zu optimieren." (S. 5) Das mag aus Verwaltungssicht die richtige Vorgehensweise sein, wir wollen allerdings Mut zusprechen, im Zweifelsfall Vorreiterin zu sein und die Landes- und Bundesregierung ein bisschen anzutreiben und nicht zu warten, wann die endlich zu Potte gekommen sind. Natürlich kann es sein, dass wir dann noch etwas ändern müssen, aber die Rolle der Vorreiterin stünde Freiburg in diesem Bereich sicherlich gut an.

Frau Federer möchte ich Recht geben, dass wir gerade im Bereich Radwege schauen müssen, ob ein Gender- und Diversity-Blick gelingt und überall vorhanden ist – dieser Bereich ist einer derjenigen, wo es einfach oft deutlich ins Auge springt, wie verschieden manche Bedürfnisse je nach Alter, Geschlecht usw. sind.

Frau Sever wurde schon viermal gedankt für ihre Arbeit, ich möchte das auch noch ausdrücklich tun – Sie arbeiten innerhalb der Verwaltung und auch in die Stadtgesellschaft hinein für die Akzeptanz von Vielfalt als Chance und nicht als Hindernis. Es ist noch vieles notwendig an langem Atem, es sind aber auch breite Schultern in der Auseinandersetzung mit intoleranten Menschen gefordert – und wir wissen, dass Sie die haben und bereit sind, für die Anliegen der Vielfalt zu kämpfen.

Mein Kollege Krögner hat an dieser Stelle den erstmaligen CSD-Empfang bereits lobend erwähnt. Ich persönlich bin sehr froh, dass wir diesen Empfang hatten und dies zu einer Selbstverständlichkeit werden wird.

Vielen Dank.