Chancengleichheit heißt frühe Förderung

Monikas Rede zu durchgängiger Sprachbildung und Schulsozialarbeit im Gemeinderat vom 09.07.2019
Foto von Monika Stein

Herr erster Bürgermeister, 

Frau Bürgermeisterin Stuchlik,

liebe Anwesende,

im Haushalt haben wir in den Bereichen durchgängige Sprachbildung und Schulsozialarbeit vieles richtig gemacht.
Sprachbildung ist absolut notwendig für eine große Menge von Kindern – übrigens auch viele mit deutschsprachigen Eltern – deren Sprachförderbedarf in den Kindertagesstätten oder spätestens bei der Einschulungsuntersuchung auffällt. Damit sie bis zu Beginn der Schulzeit einiges aufholen können, ist es der richtige Weg, die Kitas zu berücksichtigen, die Konzepte zu entwickeln und vor allem den Übergang von den Kitas in die Grundschulen zu glätten. Nur so, indem wir in die frühe Förderung investieren, können wir das Wort Chancengleichheit zumindest in den Mund nehmen und von uns behaupten, dass wir etwas für sie tun.

Wenn wir nicht alle bereit wären, das Geld für die durchgängige Sprachbildung in die Hand zu nehmen, wären wir hier am falschen Fleck. Ich bin sehr froh, dass wir an dieser Stelle so einig sind. Unser Auftrag ist es, uns für die Zukunft der Freiburger*innen einzusetzen – und das beginnt bei den Kleinen. Wer von den Finanzen her denkt, ist auch gut beraten, dieses Geld zu investieren. Hier ist es billiger angelegt, weil Kleine schneller und leichter lernen als Große – und es ist unbestreitbar sehr gut angelegt, wir so werden vielen Menschen zu mehr und besserer Teilhabe verhelfen.

Schulsozialarbeit: richtig und gut, dass vier weiterführende Schulen jeweils eine halbe Stelle bekommen. Dass bedarfsorientiert indiziert wurde, ist nur deswegen nicht für alle leicht auszuhalten – besonders bei den Schulen, die sich auch Chancen ausgerechnet hatten auf die zusätzliche halbe Stelle. Dass jetzt auch Enttäuschungen vorhanden sind hat nichts mit der Haltung „wir wollen immer mehr“ zu tun – sondern mit dem dringenden und unbestreitbaren Bedarf auch bei weiteren Schulen, die mehr Schulsozialarbeit brauchen. Damit muss ich Kollegen Schillinger Recht geben – die weiterführenden Informationen wären bereits in der Vorlage wünschenswert gewesen. Transparenz führt sicherlich auch in diesem Bereich zu Verständnis für unsere Entscheidungen.

Ich bin gespannt auf die vertiefenden Diskussionen im Herbst zu diesem Bereich.

Auf jeden Fall aber vielen Dank für die sehr schnelle Arbeit – in beiden Bereichen!