PM zur Situation der Freiburger Fußballfans

Den SC Freiburg begleitet wie jeden professionellen Verein eine aktive Fanszene, in welcher sich auch mehrere Ultragruppen engagieren. Im Vergleich zu anderen Ultragruppen ist die Szene in Freiburg relativ überschaubar und beschränkt ihr Engagement auf den aktiven Support ihres Vereins, statt Gewalt gegenüber gegnerischen Fans auszuüben. Trotz dieser Tatsache erfährt die Freiburger Fanszene durch die Freiburger Polizeibehörde in hoher Regelmäßigkeit repressive Maßnahmen, die der gegenwärtigen Situation in keiner Weise angemessen sind. So verhängte das Amt für öffentliche Ordnung im Jahre 2014 gegen acht aktive Fußballfans Meldeauflagen und Betretungsverbote mit teilweise absurden Begründungen, wie „knetete die Hände und schaute böse einen Zivilpolizisten an“. Eine derart hohe Zahl solcher in die Grundrechte einer Personen eingreifenden Strafmaßnahmen ist in Deutschland bisher noch nicht zusammenhängend für eine Fanszene ergriffen worden.

Nun gegen Ende der Saison fällt das Ordnungsamt schon wieder durch eine unbegründete und der Situation nicht angemessene Maßnahme negativ auf. Am 29.04. forderte das AföO die Fans, welche sich vor dem Spiel beim Fanprojekt einfinden, auf, nicht mehr ihren gewohnte Weg vom Fanprojekt über die Schwarzwaldstraße ins Stadion zu gehen sondern auf Nebenstraßen auszuweichen. Die Begründung hierfür sei, dass es auf dem Weg über die Schwarzwaldstraße immer wieder zu Konflikten mit gegnerischen Fans käme und nur durch große Polizeikräfte ein Aufeinandertreffen verhindert werden könne. Aufgeführt werden fünf Vorfälle. Der erste Vorfall soll sich Ende November 2014 zugetragen haben. In einer Anfrage unserer Fraktion, welche im Januar 2015 beantwortet wurde, haben wir explizit nach Problemen auf dem Weg von Fanprojekt zum Stadion gefragt, und zu diesem Zeitpunkt waren dem AföO keine Probleme bekannt. In einer Stellungsnahme auf das Schreiben des AföO durch die Freiburger Fanszene wird auch ein weiterer Vorfall (Punkt Nr.3 des Schreibens) von der Fanszene dekonstruiert. (Nachzulesen unter: https://corrillo.org/erneute_fragwuerdige_massnahmen-der_freiburger_sicherheitsbehoerden/)

Wenn sich an einem Ort mehrere tausend Menschen ein Fussballspiel anschauen und zeitgleich das Stadion verlassen, dann kann es durchaus zu Verkehrsbehinderungen kommen. Das liegt in der Natur solcher Massenevents.

Wir, die JPG-Fraktion, verurteilen diese Art des repressiven Vorgehens gegenüber den Freiburger Ultras und dem Freiburger Fanprojekt. Diese Art der Behinderung der Arbeit eines für eine bunte und offene Fanszene wichtigen Projektes ist kontraproduktiv.