Zweifelhaftes Gold für Freiburg: Wie sozial ist die Stadt(bau)?

Amtsblattartikel vom 12.08.2016
Zweifelhaftes Gold für Freiburg: Wie sozial ist die Stadt(bau)?

Freiburg ist zu teuer. Viel zu teuer. Wie Spiegel Online erst kürzlich berichtete, gehen in unserer "Breisgaumetropole" durchschnittlich 30 % des Einkommens für die Miete drauf. Das ist bundesweit Platz 1! Wir liegen damit vor Städten wie München (echte Metropole, Platz 2) oder Frankfurt (echte Metropole, Platz 5).
Aber wenn wir ehrlich bleiben: In dieser Sache sind wir nicht zu Scherzen aufgelegt. Es handelt sich um nichts geringeres, als ein soziales Desaster. Exzesse in der Mietpreisentwicklung sind existenzbedrohend, sie schaden dem sozialen Frieden und spielen nicht zuletzt den außen rotblauen und innen tief braunen RattenfängerInnen von AfD und Co. in die Hände. Außerdem macht die fehlende Kaufkraft neben dem Einzelhandel und der Gastronomie insbesondere der Freiburger Subkultur erheblich zu schaffen.
JPG ist Teil eines Bündnisses von 16 Initiativen und Gruppen (u.a. Unabhängige Listen, DGB, ver.di), welches sich in dieser Frage die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft (FSB) als zentralen Anlaufpunkt vorgenommen hat. Zehn Jahre nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid um die Rettung der städtischen Wohnungen vor der Privatisierung wollen wir nun das Handeln der Stadtbau kritisch hinterfragen. Es wurde ein Forderungskatalog mit sechs Punkten erarbeitet. Dieser umfasst einen Mieterhöhungsstopp bei der Stadtbau sowie die Verlängerung von Sozialbindungen, den Erhalt von Wohnungen und Sanierung ohne eine Verdrängung von MieterInnen, die Untersagung von Risiko-Bauträgergeschäfte mit Luxusimmobilien (siehe Reihenhaussiedlung Günterstal), Abschaffung von Zwangsräumungen aus sozialem Wohnraum, eine Ausweitung von Mietwohnungsgbau durch die Stadtbau, sowie die Einrichtung eines stadtweiten Mieterbeirats.
Das Bündnis "Mieten runter – Für eine soziale Stadt(bau)" hat diese Forderungen in einer Petition gebündelt, welche online unterzeichnet werden kann.
Zudem wird es am morgigen Samstag, den 13.8.2016, einen Infostand auf dem Stadtteilmarkt in Weingarten geben, an welchem JPG ebenfalls teilnehmen wird. Wer möchte, kann dort die Petition auch direkt unterzeichnen. Los geht's um 10:00 Uhr. Für den Herbst sind weitere Aktionen geplant.