Freiburg stimmt ein – „Schirmherrschaft“ und Sponsoring

Antwortschreiben der Verwaltung vom 2.8.2016
Freiburg stimmt ein – „Schirmherrschaft“ und Sponsoring

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich darf Bezug nehmen auf Ihr Schreiben vom 30.06.2016 und an die Zwischennachricht des Oberbürgermeisters vom 05.07.2016.

In Abstimmung mit meinem Kollegen, Herrn Neideck, beantworten wir hiermit Ihre Fragen wie folgt:

1. Auf welchen Wegen unterstützt die Stadt die Veranstalter bzw. übt der Oberbürgermeister
die „Schirmherrschaft“ aus?

Der Oberbürgermeister hat die klassische Rolle eines Schirmherren übernommen, d.h. er unterstützt „Freiburg stimmt ein“ mit seinem Namen. Das Kulturamt der Stadt Freiburg hat „Freiburg stimmt ein“ mit einem städtischen Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro aus Mitteln der Stadtteilkultur gefördert. Erstmalig ist das Kulturamt 2016 auch als Kooperationspartner aufgetreten, so dass zusätzlich die Übernahme einer Dekade Plakatwerbung an den Litfaßsäulen in Freiburg beigesteuert werden konnte.

2. Welche Möglichkeiten zur weiteren Unterstützung sieht die Stadtverwaltung?

Das Kulturamt steht in einem konstanten inhaltlichen Austausch mit „Kultur leben e.V.“ und leistet somit einen Beitrag zur Reflexion und zur konzeptionellen Weiterentwicklung des Festivals. Derzeit bestehen seitens des Vereins über die aktuelle Förderung und Beratung hinaus keine weiteren Unterstützungsbedarfe.

3. Welche Ausnahmegenehmigungen (z.B. Lärm, Ausschank etc.) wurden gewährt?

Da die Veranstaltung „Freiburg stimmt ein“ nicht im öffentlichen Raum stattfand, war eine Sondernutzungserlaubnis des Amtes für öffentliche Ordnung und damit zusammenhängenden Auflagen nicht notwendig. Auch die Erteilung einer Gestattung war nicht erforderlich, da bei der Veranstaltung auf den Ausschank von Alkohol verzichtet wurde.

Das Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen hat verschiedene Flächen für die Veranstaltungen „Freiburg stimmt ein“ am 19.06.2016 an den Verein „Kultur und Leben e. V.“ überlassen.  Die genauen Regelungen hinsichtlich der Flächen, Aufbauten wie Essens- und Getränkestände und Bühnen sind im Flächenüberlassungsvertrag festgehalten.

In den Vertragstext wurde auch eine Zeitregelung für die verschiedenen Plätze aufgenommen. Besonders in Wohngebieten wurde ein Ende von 20.00 Uhr festgelegt. Ansonsten war ein  Veranstaltungsende für 22.00 Uhr vorgesehen. Im Vertrag wurden darüber hinaus die Verpflichtungen des Veranstalters zur Nutzung der Flächen geregelt. Dieser wurde außerdem auf die geltende immissionsschutzrechtliche Rechtslage und die bestehende Lärmproblematik aufmerksam gemacht. Der Veranstalter wurde unter anderem verpflichtet, alle Bestimmungen öffentlich-rechtlicher Art, insbesondere die immissionsrechtlichen Vorgaben gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz, einzuhalten bzw. zu erfüllen.

4. Wie beurteilt die Stadtverwaltung die Entwicklung der Veranstaltung in den letzten sechs Jahren und die Perspektive einer 2-tägigen Veranstaltung im nächsten Jahr?

Der Zuspruch und der Erfolg von „Freiburg stimmt ein“ als dezentrales Musikfestival in und für die ganze Stadt sowohl bei den teilnehmenden Musikgruppen als auch beim Publikum hat eine erfreuliche Dynamik entfaltet: mehr Bands, mehr Plätze. Nach sechs Jahren lässt sich konstatieren, dass es nach wie vor Plätze gibt, die den improvisierten Charakter des ersten Jahres nicht verloren haben, aber es inzwischen auch Plätze gibt, die sich zu richtigen Musikbühnen mit einem großen Publikum entwickelt haben.

Eine Konzeption für die Erweiterung von „Freiburg stimmt ein“ von einem eintägigen Festival hin zu einem mehrtägigen Festival liegt der Verwaltung nicht vor. Bislang ist nicht erkennbar, dass das musikalische Programm von „Freiburg stimmt ein“ über den einen Tag hinaus erweitert werden soll.

5. Inwiefern teilt die Stadtverwaltung die der Veranstaltung zugrundeliegenden Vorstellungen von maximaler Eigenverantwortung und Selbstorganisation der ehrenamtlichen HelferInnen? Besteht hier aus Sicht der Stadtverwaltung Nachbesserungsbedarf?

Grundsätzlich begrüßt die Stadt Freiburg bürgerschaftliches Engagement sehr. „Freiburg stimmt ein“ hat bewiesen, wie die Verteilung der Verantwortung auf die selbst am Festival beteiligten bzw. vom Festival profitierenden Personen einen hohen Mitwirkungsradius erreicht hat. An vielen Stellen des Festivals macht die Selbstorganisation einen besonderen Charme des Festivals aus, der von Musikgruppen wie vor allem auch Zuschauern sehr geschätzt wird. Dies zu spüren ermuntert vielleicht auch dazu, sich ebenfalls aktiv in das kulturelle Leben Freiburgs einzubringen. Aus Sicht der Stadt liegt gerade in der Aktivierung des Engagements vor Ort ein großer Wert dieser stadtteilkulturellen Aktivitäten. Aufgrund der inzwischen erreichten Veranstaltungsgröße mit vielen Parallelaktionen in mehreren Stadtteilen kommt einer angemessenen Steuerung und Unterstützung dieses Engagements eine größere Bedeutung zu. Der Ansatz von „Kultur leben e.V.“, fachlich kompetente Partner im Musikbereich in die Organisations- und Planungsstruktur einzubeziehen (Jazz & Rockschulen, Jugendbildungswerk, Pop-FRequenz, multicore, Blues-Association etc.), ist hierbei sicher ein sinnvolles Organisationsmodell.

6. Wie hoch war der Sponsoringbetrag für „Freiburg stimmt ein“ 2016 seitens …

Der Verwendungsnachweis für „Freiburg stimmt ein“ liegt dem Kulturamt noch nicht vor, so dass die Beantwortung der Frage allein „Kultur leben e.V.“ als Veranstalter leisten kann. Das Kulturamt nimmt nicht die Rolle eines Sponsors ein (s.1.).

7. Wie hoch ist die Summe der direkten und indirekten Zuwendungen der Stadt Freiburg an das „Kultur Leben e.V.“ für 2016 insgesamt? (s.1.)

Das Kulturamt fördert die Veranstaltung in 2016 mit 4.000 Euro aus Mitteln der Stadtteilkultur und sichert als Kooperationspartner die Plakatierungskosten.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich v. Kirchbach
Bürgermeister