Fehlende Lehrkräfte in Freiburg

Anfrage an die Verwaltung
Fehlende Lehrkräfte in Freiburg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Salomon,

in der Badischen Zeitung wird seit dem 10.09. über 65 fehlende Stellenbesetzungen in den Schulen des Freiburger Schulamts berichtet. Frau Kanstinger, die Direktorin des Staatlichen Schulamts, wurde im Interview auch nach Ursachen und Folgen befragt.

Auf unsere Anfrage vom Mai 2015, die sich auf den Notstand zu Beginn des Schuljahres 2014/15 bezog, hatten Sie geantwortet, dass das Amt für Schule und Bildung den betroffenen Schulen individuelle Unterstützung ermöglicht und mit den Schulen nach Lösungen sucht. Nun scheint es sich aber, da nicht zum ersten Mal zu Schuljahresbeginn Stellen von LehrerInnen unbesetzt bleiben mussten, um ein dauerhaftes bzw. länger andauerndes und regelmäßiges Problem zu handeln, so dass nicht jedes Mal zu Schuljahresbeginn aufs Neue überlegt werden sollte, wie mit dieser Situation umgegangen werden kann.

In diesem Zusammenhang bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. An welchen Schulen im Freiburger Stadtgebiet fehlen wie viele Lehrkräfte zu Schuljahresbeginn (Stichtag 12.9.2016)?

    1. Bitte schlüsseln Sie nach Schularten auf.

  2. Wie viele LehrerInnendeputate an welchen Schulen können nicht durch Umschichtung, Mehrarbeit der LehrerInnen bzw. Unterrichtsausfall aufgefangen werden? Beispielsweise in Grundschulen kann der Unterricht wegen der verlässlichen Grundschule bekanntlich nicht einfach ausfallen. Werden in Grundschulen daher Klassen zusammengelegt, um die Unterrichtsversorgung sicherzustellen?

    1. Wenn ja, an wie vielen Schulen und wie oft?

  3. Die Direktorin des Staatlichen Schulamts, Frau Kanstinger, konnte die Frage, ob die fehlenden Lehrkräfte mit befristeten Arbeitsverträgen zu tun haben, im Interview nicht verneinen. Steht die Stadt Freiburg im Kontakt mit dem Kultusministerium, um das Anliegen zu unterstützen, befristete Arbeitsverträge auf ein Minimum zu beschränken, weil sonst auch in einer so beliebten Stadt wie Freiburg zu wenige LehrerInnen gefunden werden können? Es ist schließlich im Interesse auch der Stadtverwaltung als Schulträger, dass das Ministerium versteht, dass nicht nur aus Sicht der LehrerInnen befristete Arbeitsverträge mit den bekannten Nachteilen – Entlassungen und Arbeitslosigkeit vor den Sommerferien – unattraktiv sind und zur Abwanderung in die Schweiz oder auch an Privatschulen führen - sondern auch aus Sicht von SchülerInnen, Schulträger und Erziehungsberechtigten.

  4. Hat die Stadtverwaltung darüber hinausgehend weitere Ansätze, wie die Versorgung der Freiburger Schulen mit Lehrkräften weiterhin unterstützt werden kann?

Für die Beantwortung dieser Fragen sind wir Ihnen sehr zu Dank verpflichtet.

Mit freundlichen Grüßen

Lukas Mörchen // Fraktionsvorsitzender JPG
Sergio Schmidt // Stadtrat JPG