Erweiterung und Entwicklung - JPG unterstützt ausnahmslos alle Flächen der ProWo

JPG-Amtsblattartikel vom 21.10.2016
Erweiterung und Entwicklung - JPG unterstützt ausnahmslos alle Flächen der ProWo

Freiburgs größtes Problem bleibt der hochpreisige Wohnungsmarkt. Hohe Mieten werden zum Ausschlusskriterium, wenn nach Abzug der monatlichen Kosten für Unterkunft nicht ausreichend Geld für die gesellschaftliche Teilhabe bleibt. Oftmals bleibt dann nur der Wegzug ins Umland. In entgegengesetzter Richtung findet ein Zuzug kaufkräftigerer MitbürgerInnen statt. Beide Entwicklungen sind aus gesellschaftspolitischer Sicht äußerst besorgniserregend. Wir müssen daher dringend mehr Wohnraum entwickeln. Allem voran fehlt es an gefördertem Wohnraum.

Wir fordern daher, dass die Regelung für 50% geförderten Mietwohnungsbau zukünftig konsequent eingehalten wird. Gleichzeitig dürfen wir den Erhalt von Freiräumen nicht aus den Augen verlieren. Damit diese Gratwanderung gelingt, müssen wir unsere beschränkten Flächen optimal nutzen, und das geht nur mit Geschossbau. Wenn wir nicht in der Breite Fläche versiegeln wollen, dann müssen wir höher bauen. Das war und ist in Freiburg leider ein Tabuthema. Zur Bewältigung der Herausforderungen bleibt uns jedoch kaum etwas anders übrig. Wir ermutigen daher die Stadtverwaltung, bei den Planung der neuen Flächen mutig in die Höhe zu experimentieren.

Uns ist bewusst, dass Veränderungen oft auf Sorgen und nicht selten auch auf Ablehnung stoßen. Insbesondere die Zusammenarbeit mit den Bürgervereinen gestaltete sich in der Vergangenheit oft schwierig. Jedoch gelang diesmal mehrheitlich der Sprung über die bisherige „Not in my backyard“ Haltung, wofür wir uns bedanken möchten.

Unbequem bleibt die Frage im Umgang mit Kleingärten. Zur oftmals vermisst geglaubten Ehrlichkeit in der Politik gehört, klare Prioritäten für die Nutzung von Flächen zu benennen. Kleingärten haben als privater Freiraum einen geringeren Stellenwert als Wohnraum oder öffentlicher Freiraum. Für Ausgleich wird gesorgt, auch wenn dies für viele Betroffene sicherlich nur einen kleinen Trost darstellt.

Ferner möchten wir im Hinblick auf den Perspektivplan der Stadtverwaltung eine erneute Begutachtung der Günterstäler Wiesen nahelegen. Auch diese Fläche liegt in städtischer Hand, die zu erwartenden Schwierigkeiten sind vergleichbar mit jenen der vorherigen Flächen. In Fragen der sozialen Durchmischung wäre mit einer Bebauung diesbezüglich eine positive Entwicklung für die anliegenden Stadtteile zu erwarten.

Dieser Artikel basiert auf der Rede von Sergio Schmidt zum Thema Neue Wohnbauflächen, gehalten im Gemeinderat am 18.10.2016. Siehe hier.